Melges 24 – Norwegische Meisterschaft in Hankö

Hankö ist immer eine Reise wert! Seit bekannt gegeben wurde, dass die Norwegische Meisterschaft wieder in Hankö stattfinden wird, war für uns klar, es geht wieder in den Norden. Die schöne Insel an der Mündung vom Oslofjord gelegen, überzeugt nicht nur von ihrer landschaftlichen Schönheit, sondern bietet auch meist traumhafte Segelbedingungen. So war es auch dieses Mal!

Die Anreise nach Hankö ist verhältnismäßig einfach, man fährt entweder mit dem Auto über die Brücken oder sucht sich eine der Fähren in Dänemark aus. Wir haben die Anreise über die Brücken gewählt und waren inklusive einiger hilfreicher Tipps der Norweger nach 11h in Fredrikstad angekommen. Fredrikstad ist die auf dem Festland liegende Stadt gegenüber von Hankö, der Hafen an dem die Boote hinein und herausgekrant werden. Die unkomplizierte Anfahrt und das Aufriggen der Melges waren sofort vergessen, als wir im idyllische Yachtclub auf Hankö freundlich von den entspannten Norwegern begrüßt wurden.

Am Freitag war der erste Regattatag, an dem es nicht die Autogeräusche auf der Straße waren, die wir als erstes wahrnahmen, sondern ein Außenborder eines Motorboots, was gerade zum Festland übersetzte. Einige Rehe liefen uns über den Weg als wir zum Yachtclub radelten, um dort gemeinsam mit den anderen Crews zu frühstücken. Währenddessen erklärten die Norweger uns welche Besonderheiten das Revier bietet, worauf wir achten sollten, wie der Strom seit Tagen setzt und wie sich das Wetter über den Tag entwickelt.

Aufgrund der Tatsache, dass für den Samstag sehr flaue Bedingungen vorhergesagt waren, wurden am Freitag vier Regatten gestartet. Es waren kurze Kurse, die für die 21 Teilnehmer aus Norwegen, Schweden und uns. Bei durchschnittlichen 14kn und teilweise Sonnenschein waren die Segelbedingungen hervorragend. Wir waren bei den Startkreuzen häufig gut dabei, aber die ein oder andere Unachtsamkeit sorgte schließlich dafür, dass wir uns im Mittelfeld einreiten. Am Abend fand im Hafen von Kristian (Team Baghdad) und Peder Nergaard (Team Blow Slam) die fast schon traditionelle Cocktailparty statt. Frei nach dem Motto, direkt von See zur Party, geduscht werden kann später, gab es Cocktails, Bier und warmes Essen und Peder legte selber Musik auf.

Der Sonnabend war tatsächlich zu flau, alle Boote waren draußen und warteten auf Wind. Die Regattaleitung versuchte es zweimal und startete zwei Regatten, die jeweils abgebrochen wurden. Bei dem zweiten Startversuch herrschten schon 2,5kn Strom, weshalb es einigen Booten gar nicht mehr möglich war in die gewollte Richtung vorwärts zu kommen. Ein gemeinsames Abendessen im Hankö Segelclub rundete den Tag schön ab.

So flau wie es am Samstag war, umso mehr Wind wehte Sonntag. Es begann für uns mit einem ungewollten späten Start, da der gerade frisch reparierte Motor ausfiel und uns ein Motorboot beim Ablegen helfen musste, um überhaupt bei auflandingem Wind den Hafen zu verlassen. Rechtzeitig zum Start konnten wir uns doch noch gut einsegeln, da es für das Startschiff Probleme gab bei den Wetterbedingungen zu ankern. Aufgrund dessen legten die Norweger zwei Tonnen als Startlinie aus und das Startschiff war beweglich, was hin und wieder zu Verwirrung sorgt, wenn man gerade gucken wollte, wo sich eigentlich die Linie befindet. Drei Rennen fanden am Sonntag statt. Drei schnelle Rennen, obwohl der Kurs gar nicht so kurz war. Dennoch die hohen und langen Wellen vor der norwegischen Küste schoben uns auf dem Vorwindkurs richtig an. Wir endeten insgesamt auf dem 15 Platz und hatten jede Menge Spaß auf dem Wasser.

Autorin: Lailia Engler