Ein erfolgreicher (Früh-)Sommer

Ein erfolgreicher (Früh-)Sommer
Kohlhoff/Werner schaffen doch noch das Comeback

Die beiden Kieler Paul Kohlhoff und Carolina Werner sind seit 36 Monaten auf der Jagd nach dem hart umkämpften deutschen Olympia-Ticket in der gemischt gesegelten Nacra17- Klasse. Der Winter 2015/16 jedoch machte dem Team, das seit nunmehr fünfeinhalb Jahren zusammen auf einem Boot sitzt, einen Strich durch die Rechnung.

Bei ihrer zweiten und dritten Olympiaqualifikation in den USA (Februar) und Südfrankreich (April) konnten die Vorjahrsfünften der Weltmeisterschaft ihren Punktevorsprung in der internen deutschen Qualifikation zwar verteidigen, verpassten jedoch eines der vier vorgegebenen Kriterien. Es schien, als hätten die beiden den Anschluss an die Weltspitze vorübergehend verloren, die unglaubliche Entwicklung der letzten 24 Monate in dem so hart umkämpften Nacra17 würde stagnieren, die Olympia- Teilnahme rückte in weite Ferne, der Kampf war verloren.

Doch dann das unfassbare Comeback; Kurzerhand entscheiden die Verantwortlichen um den Deutschen Segler- Verband, sowohl dem Kieler Team Kolhoff/Werner, als auch ihren Kontrahenten aus Flensburg (Erichsen/Spitzmann), die ebenfalls um das Ticket gekämpft hatten, eine weitere, letze Chance einzuräumen.

Beim Weltcup in Weymouth sollte der große Showdown stattfinden, das Team mit einer Platzierung unter den ersten Zehn das nicht erfüllte Kriterium „Endkampfchance“ beweisen, um folglich mit einem sogenannten Sonderantrag beim DOSB ausgestattet werden, um eventuell doch noch als Nachzügler nominiert zu werden.

Es zeichnete sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab, da keines der beiden Teams bei den letzten wichtigen Events so gut abgeschnitten hatte. Doch schließlich war alles klar: Das jüngere Team aus Kiel übernimmt früh die Führung im Gesamtclassement, die Flensburger stehen zu keinem Zeitpunkt unter den ersten Zehn des hervorragend bestückten Feldes.

Am Ende gewinnen Kohlhoff/Werner nach einer vielseitigen Woche mit Silber ihr erstes Weltcup-Edelmetall und verweisen ihre Mitstreiter auf Gesamtrang 12.

Ein eindeutiges Statement, ein Ausrufezeichen im letzten und wichtigsten Moment. „Wir sind unheimlich glücklich, dass wir endlich wieder unser Potenzial unter Beweis stellen konnten. In diesem Feld Silber zu gewinnen gibt uns Hoffnung, doch noch nominiert zu werden, die Entscheidung liegt nun bei den Funktionären und wir können sie nicht abwarten!“ , so die Vorschoterin Carolina Werner nach einer nervenaufreibenden Woche an der englischen Küste.

Nun geht es für Kohlhoff/Werner Anfang Juli schon nach Rio, zum „prophylaktischen“ Trainingslager.

Die endgültige Entscheidung um die Nominierung des Nachwuchsteams bleibt bis Mitte Juli abzuwarten, zu Wahrscheinlichkeiten möchte sich keiner äußern.

Zwischenzeitlich konnte das Kieler Team in einem dünn besetzten Feld mit 13 Tagessiegen aus 14 Rennen souverän zum zweiten Mal in Folge die Kieler Woche gewinnen. Man wird sehen, ob die Leistungen der vergangenen Wochen als ausreichend für die Olympia- Teilnahme empfunden werden.